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Darmgesundheit

Unser Darm – mehr als nur Verdauung!

Wenn es um den “Darm” geht, assoziiert man damit vor allem die Verdauung. Das Essen, das wir zu uns nehmen, erreicht nach der Durchmischung und Ansäuerung im Magen, den Dünndarm, den Ort der eigentlichen Verdauung und Nährstoffresorption (s. Abb.). Der Dickdarm mit seinen verschiedenen Abschnitten (aufsteigender, querverlaufender, absteigender Dickdarm sowie Sigmoid und Rektum), stellen das Endreservoir der Verdauungsreste sowie Eindick- und Fermentationszentrale dar. Hier erfolgt die finale Ausscheidung nicht verdaulicher Reste als Kot über den Anus. Je nachdem, welche Nahrung aufgenommen wurde, kann der Verdauungsprozess von zwölf bis zu über dreißig Stunden dauern.

Der Darm besitzt eine umfassende Kompetenz für unsere Gesundheit. Denn obwohl die Verdauung jene Funktion ist, die wir unweigerlich jeden Tag bewusst wahrnehmen können, so ist sie nur eine von vielen die der Darm übernimmt oder an denen er beteiligt ist.

Darm-Hirn-Achse

Darm – Nervensystem

Wussten Sie, dass der Darm in seiner Schleimhaut über ein eigenständiges hochkomplexes Nervensystem verfügt, das in ständigem Kontakt mit den Nervenzellen im Gehirn steht und dabei ein reger Austausch stattfindet? Man spricht von der sogenannte Darm-Hirn-Achse, wobei der Darm deutlich mehr Signale an das Gehirn sendet als andersherum. Auch deshalb kann man sich durchaus auf sein Bauchgefühl verlassen.

Botenstoffe vermitteln, wie sich der Körper einer jeweiligen Situation anpassen muss. Wenn gegessen wird, werden andere Funktionen heruntergefahren, um sich voll auf die Verdauung konzentrieren zu können. Befindet sich der Körper in einer akuten Stresssituation stehen Aufmerksamkeit und Konzentration im Vordergrund und die Verdauung muss hintenanstehen. Außerdem steuert das enterale Nervensystem die Bewegungen, die Verdauungsenzyme und die Nährstoffaufnahme. Die Ausstattung des Nervensystems ist so ausgeprägt, dass der Darm auch außerhalb des Körpers über mehrere Tage noch auf Reize reagiert und deshalb auch als „Darm-Hirn“ oder „zweites Hirn“ bezeichnet wird. Wahnsinn, oder?

Unterstützung für das Immunsystem

Darm – das größte Immunorgan

Neben diesen Funktionen ist der Darm auch unser größtes und damit wichtigstes Immunorgan. Der komplexe Aufbau der Darmschleimhaut, dem Darmmikrobiom mit über 1000 verschieden Bakterienstämmen und den Darmzellen leistet eine erste Barriere gegenüber pathogenen Keimen. Aber auch 80% aller Immunzellen sitzen im Darm und schützen vor Erregern, die täglich auf uns einwirken. Bedenkt man, dass im Jahr 2019 ca. 34 Millionen Antibiotika verordnet wurden, die die Darmschleimhaut massiv schädigen können und damit auch die Immunabwehr beeinträchtigen, sollte das eindeutig zu denken geben.

Quelle: AOK

Darm – Aus dem Lot

Welchen Einfluss der Darm auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden nimmt, kann ein jeder beurteilen bei dem die Funktion gestört ist. Angefangen mit leichteren Verdauungsproblemen, wie Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Magen-Darm-Infektionen bis hin zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Ein gestörter Darm macht uns ziemlich zu schaffen, ob akut oder dauerhaft. Ein kranker Darm, kann langfristig zu einer mangelnden Nährstoffversorgung, einer eingeschränkten Immunabwehr mit wiederkehrenden Infekten und einer Einschränkung des psychischen Wohlbefindens mit gedrückter Stimmung und Schlafstörungen führen. Bei der Behandlung der jeweiliger Symptomatik sollte eine Störung im Darm deshalb auch immer als möglicher Mitursache in Betracht gezogen werden.

Unser Gesundheitsorgan – der Darm

Darm – der Nährstoffdetektiv

Während der Verdauungsvorgänge werden die Nahrungsbestandteile nicht nur zerlegt, sondern die darin enthaltenen, wertvollen Nährstoffe werden vom Dünndarm erkannt, herausgefiltert und aufgenommen. Über die Darmschleimhaut gelangen sie ins Blut und über den Blutkreislauf zu allen Organen. Die Nährstoffe dienen zum Erhalt, der Funktion und dem Schutz jeglicher Organe. Ein gesunder Darm scannt die Nahrung und nimmt auf, was benötigt wird, während unter einer gesunden Darmbalance die unbrauchbaren und nicht verdaulichen Bestandteile ausgeschieden werden.

Durch eine unzureichende Mikronährstoffversorgung können physiologische Vorgänge nicht optimal ablaufen, Regenerationsprozesse eingeschränkt stattfinden und körpereigene Strukturen unzureichend unterstützt werden.

Abb. Die Resorption von Nährstoffen erfolgt in verschiedenen Abschnitten entlang des Dünndarms.

Der Darm – Produktion von Hormonen und Botenstoffen

Darm – Synthese von Botenstoffen und Hormonen

Nicht nur über 100 Millionen Nervenzellen sind hier fleißig im Gange. Die Zellen im Darm sind auch selbst in der Lage Botenstoffe und Hormone zu bilden. In den sogenannten enterochromaffinen Zellen des Darms wird der überwiegende Teil des stimmungsaufhellenden Botenstoffs Serotonin (> 90%), das auch als 5-Hydroxytryptamin (5-HT), bekannt produziert. Aus Serotonin, das auch als Glückshormon bezeichnet wird, entsteht nicht nur das Schlafhormon Melatonin, was den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert, sondern Serotonin agiert auch für sich im Darm als Botenstoff für das serotonerge Nervensystem. Der Darm beeinflusst sowohl die Psyche, als auch den Schlaf, zwei wichtige Komponenten für das Wohlbefinden. Auch sogenannte Enterohormone werden im Darm gebildet und erfüllen vor Ort Ihre Funktion. Dazu zählt u. a. das neben weiteren Wirkmechanismen, dafür zuständig ist, die Produktion der Magensäure zu steuern und regt die Bauchspeicheldrüse dazu an, neutralisierendes Natriumhydrogencarbonat abzugeben.

 

Nährstoffversorgung für den Darm

Alles Gute für den Darm

Ein gesunder Darm braucht eine gesunde und ausgewogene Ernährung und das bestmöglich dreimal täglich alle 4-5 Stunden in einer angemessenen Portionsgröße. Nachdem jeder Verdauungsvorgang seine Zeit in Anspruch nimmt, sollten Snacks zwischendurch optimalerweise vermieden werden, um das Verdauungssystem nicht zu überlasten. Bei akuten Darmbeschwerden sollte auf entzündungsfördernde Lebensmittel, wie Süßigkeiten, Alkohol, Milchprodukte, Fleisch und gesättigte Fettsäuren verzichtet werden. Auch ein Zuviel an Ballaststoffen kann bei einer akuten Störung den Darm überfordern. Leicht verdauliche Lebensmittel, wie Reis, Kartoffeln und gedünstetes Gemüse sind dann zu bevorzugen. Viele Patienten mit Darmbeschwerden profitieren von längeren nüchtern Phasen, was auch als intermittierendes Fasten bezeichnet wird. Dadurch hat der Darm die Möglichkeit sich besser zwischen den Mahlzeiten zu regenerieren und belastende Verdauungsrückstände abzubauen. Entzündungshemmende Maßnahmen, sowie der Aufbau des Darmmikrobioms durch probiotische Produkte sind vor allem wichtig, wenn die Darmbarriere gestört ist und Entzündungen bestehen. Während für die Nährstoffversorgung des Körpers vor allem Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Nüsse und Eiweiße wichtig sind, sind Ballaststoffe für den Darm besonders wertvoll. Diese werden von den Verdauungsenzymen nicht angegriffen, sondern im Dickdarm von den Darmbakterien fermentiert.

Nur in einer gesunden Darmschleimhaut können sich lebensnotwendige Darmbakterien ansiedeln und eine gesunde Verdauung stattfinden.

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